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Die Stadt der Paläste
© Bild: Andrea Barghi
Im Zentrum von Casentino, wo der Wildbach Archiano in den Fluß Arno mündet, auf der Spitze eines Hügels befindet sich Bibbiena, eine kleine Stadt, die einmal dem Bischof von Arezzo treu war.

Aufgrund einer starken Opposition gegen die Gewalttätigkeit der Florentinischen Republik wurden 1509 das Schloß und die Mauer in Bibbiena völlig und endgültig zerstört. Sehr wenig ist übrig davon geblieben: ein schöner Turm, ein Tor, ein Fenster, das von einem Erdwall blickt.

Das derzeitige Image von Bibbiena ist das eines eleganten Zentrums, das sich auf von Palästen beherrschten Wegen ausdehnt. Diese Gebäude wurden ab dem XVI. Jahrhundert von Kardinälen und Marchesi, Werk- und großen Landbesitzern als Prachtsymbol errichtet. Um diese Art Akropolis befindet sich die Pfarrkirche, das Oratorium, das Kloster und unten, sanft abfallend auf dem Hügel, die engeren Straßen und die kleineren Häuser, wo das Volk wohnte, die heute noch il fondaccio (der Bodensatz) genannt werden.

Wenn es also ein Leitmotiv zur Kennzeichnung dieses Städtchens gibt, es ist gerade bei den Palästen zu finden, sowie bei den mächtigen Familien, die darin wohnten und durch zweckmäßige Heiratsstrategien den Besitz der Paläste im Laufe der Jahrhunderte fest in der Hand hatten. Durch die Straßen in Bibbiena zu wandern bedeutet also diese Vergangenheit zu treffen, das weite Echo dieses Prunks zu hören.


© Bild: Andrea Barghi
Man tritt also in Piazza Grande ein, mit dem Turm und dem alten Palazzo Tarlati, später Palazzo Bruni geworden, oder westlich davon, durch Via Capucci, mit den Ducci - und Martellini-Palästen und dann mit dem eindrucksvollen Palazzo Dovizi, der von Kardinal Bernardo bauen lassen wurde. Auf seinem eleganten Bogengang erzählt man, daß sogar Raffael auf- und abgegangen ist.
Es gibt noch viele andere Paläste in Bibbiena, die uns auch durch kleine Details auffallen können, wie die Mediceer- und Hasburgerwappen von Palazzo Poltri, oder die geheimnisvollen Masken von Palazzo Marcucci.

Die Adligen in diesem Städtchen unterhielten sich im Teatro Dovizi aus dem neunzehnten Jahrhundert, einzig verbliebenem Beispiel in Casentino. Es ist vor kurzem umstrukturiert worden.

Sicherlich nicht geringer in Bedeutung als die Paläste sind die Kirchen in Bibbiena. Die Pfarrkirche Santi Ippolito e Donato, die sich auf den Überresten der alten Schloßkapelle befindet, enthält ein Kruzifix, das vom Meister di San Polo in Rosso gemalt wurde, das Meisterwerk von Arcangelo di Cola da Camerino und ein Polyptychon von Bicci di Lorenzo.

Ein Barockjuwel ist das Oratorium zum San Francesco, mit neuklassizistischer Fassade; während die Kirche des Franziskanerklosters zum San Lorenzo zwei wunderschöne Terrakotten von Luca della Robbia enthält mit dem Siegel des berühmten Auftraggebers: Kardinal Bernardo Dovizi, il Bibbiena genannt.

In der Nähe von Bibbiena, auf dem Tal des Wildbachs Vessa hinaufgehend, findet man die dominikanische Wallffahrtskirche Santa Maria del Sasso.


© Bild: Andrea Barghi
Sie wurde im Jahr 1495 nach dem Erscheinen der Jungfrau Maria gebaut, das im Jahr 1347 stattfand. Diese Kirche ist der Hauptausdruck des Renaissancestils in Casentino. Innerhalb der Kirche befinden sich wertvolle Gemälde von Jacopo Ligozzi.

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