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| Das
Dorf im Wald © Bild: Andrea Barghi |
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| Innerhalb vom Casentino
ist Badia Prataglia eine Welt für sich. Badiani
und zwar Einwohner von Badia zu sein, und der Name
erinnert bereits in dem ganzen Tal an eine ausgeprägte
Individualität, bedeutet in der Mitte des Apennins zu
sein, zwischen Toskana und Romagna. Es bedeutet, sich in
einer Sprache auszudrücken, die weder Toskanisch noch
Romagnolisch ist und vor allem im Wald zu leben
und sein Leben durch den Wald zu verdienen. Die Einwohner von Badia können, aus alter Tradition, alles vom Holz herausholen: man kann heute noch jemand finden, der ein Möbelstück oder eine einfache Buchenschüssel anfertigt. Aber das Leben im Wald, unter Ahornen und Linden, Eschen und Kastanien, Buchen und Tannen bedeutet auch, das gewünschte Ziel für Umweltforscher und Feriengäste zu sein. Der Sommeraufenthalt war am Anfang dieses Jahrhunderts ein aufgekommener Zeitgeschmack, als in Badia Prataglia zahlreiche Hotels und Pensionen gebaut wurden. Das Dorf ist von jener Zeit geprägt worden; von jener Mode, die Häuser in Alpenstil zu bauen. Heute ist der Wald um das Dorf als biogenetisches Naturschutzgebiet erklärt worden, eine Art Bank, die die biologische Vielfalt der Pflanzenarten schützt und zum Nationalpark der Casentino-Wälder gehört. Badia ist das Hauptdorf im Park und enthält ein Besuchzentrum und ein Waldmuseum, nach einem berühmten Forstwirtschaftler aus dem neunzehnten Jahrhundert benannt, dem Böhmen Karl Siemon, sagenhaftem Mensch und wahrscheinlich natürlichem Kind des österreichischen Kaisers. Dank ihm lebten die Wälder in Casentino wieder auf. Badia Prataglia zu entdecken und zu erforschen bedeutet auch, dieser Geschichte nahezukommen, die die Bäume aber vor allem die Menschen (wie beispielsweise Holzfäller und Tischler) betrifft. Eine Gemeinde, die ganz um ihre romanische Kirche wohnt, oder besser gesagt, um die Überreste deren alten Abtei. Ein altes Denkmal, das, wie es oft in Casentino passiert, voll von Zauber ist: eine Krypta, zwei Kapitelle aus einem geheimnisvollen vorherbestehenden römischen Gebäude, die Figur eines Beters. Dasgleiche Symbol, das die romanische Kirche eines anderen Dorfes in Casentino verziert, Montemignaio, es auch von Menschen aus dem Berg (und aus dem Wald) bewohnt. Kann das nur ein Zufall sein? Von Badia Prataglia nordwärts hinaufsteigend, durch einen Panoramaweg auf dem Gebirgskamm erreicht man die Einsiedelei und dann das Kloster von Camaldoli. Die Bedeutung von Camaldoli in der Geschichte, der Seele und der Umwelt ist absolut. Der Blick auf das majestätische und ruhige Kloster oder auf die Klosterzellen der Einsiedler, ordentlich umgeben von den säulenförmigen Tannen, beeindruckt den Geist. |
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