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Ein wunderschönes
mittelalterliches
Dorf
© Bild: Andrea Barghi
Innen im Schloß von Poppi, einer der schönsten Paläste der ganzen Toskana, erreicht eine Treppe seltener Eleganz die letzte Galerie, indem sie sich auf eine scheinbar frei in der Luft hängende Säule stützt.

Diesen Durchgang überwacht ein Krieger mit Schwert und Rüstung, seit Jahrhunderten in einer Karyatide versteinert. Dieser bewaffene Mann ist Simone da Battifolle aus der Dynastie der Guidi - Grafen, Herren von fast der ganzen Toskana und Emilia-Romagna aus Willen des Kaisers. Es ist kein Zufall, daß Simone noch im Schloß wohnt: der Palast und das ganze Dorf verdanken ihm und seiner gesamten Herkunft ihre ganze Herrlichkeit.

Noch am Ende des XII. Jahrhunderts war Poppi, der Hügel (Poplo), vom militarischen und religiösen Gesichtspunkt her nicht so bedeutungsvoll wie die Nebendörfer Fronzola oder Buiano und Strumi, die von der alten vorher etruskischen und nachher römischen Straße verbunden waren.

Im Jahr 1196 wurde aber Graf Guido Bevinsangue Herrn von Poppi, und deshalb wurde auch das Kloster zum S. Fedele in Strumi, von dem die Guidi - Grafen Beschützer sind, auf den Hügel umgesiedelt.

Simone, Enkelkind von Guido, erhob die alte langobardische Festung in den Adelsstand und umgab das Land von Poppi mit Mauern. Auch die Florentiner, die 1440 auf Francesco dem letzten Rebellgraf folgten, wurden von jenem Schloß fasziniert, das Arnolfo di Cambio als Vorbild für den Palazzo della Signoria genommen hatte.

Das Schloß, aus einem goldenen harten Stein gebaut, befindet sich auf dem Hügelgipfel von Poppi.

Es ist schwer zu sagen, was auf den ersten Blick am reizendsten ist, ob die Eleganz der Gestalten oder der wertvolle Hof, ob die Fresken von Taddeo Gaddi, oder die Reichhaltigkeit der alten Biblioteca Rilliana mit mehr als 70.000 Büchern.

© Bild: Andrea Barghi
Poppi wurde zum Mittelpunkt von Casentino und obwohl das Dorf weder das größte noch das industrialisierteste ist, fühlen sich seine Einwohner heute noch im eigentlichen Herzen des Tals.

Auf der gegenüberliegenden Seite des Hügels befindet sich die Kirche Badia di S. Fedele, mit dem einfachen Schiff und der Struktur eines lateinischen Kreuzes, mit dem aus einem Turm herausgearbeiteten Glockenturm und den vielen Kunstwerken (Ligozzi, Morandini, Portelli, Solosmeo).

Hier wurden die irdische Reste der Guidi - Grafen bis zum XV. Jahrhundert bewahrt. Zwischen der Badia di S. Fedele und dem Schloß entwickelt sich das alte Dorf mit seinen Bogengangsstraßen, seinen Palästen aus dem sechzehnten Jahrhundert, seinen Toren und seinen Kirchen, von denen die besonderste das Oratorium zur Madonna del Morbo ist: ein Tempelchen aus dem XVII. Jahrhundert und ein seltenes Beispiel von toskanischem Barock. Es wurde es so errichtet, damit um Gnade gegen die Geißel der Pest gebeten werden konnte. Innen befindet sich eine Madonna, die an Filippino Lippi zugeschrieben ist.

Am Hügelfuß fließt der Arno und jenseits vom Arno verbreitet sich das neue Dorf, Ponte a Poppi, wo vor fast zwei Jahrhunderten ein Zollamt, die Logge del Grano (Weizen-Bogengänge), ein paar Mühlen, ein Wirtshaus waren, sowie eine Brücke, die logischerweise ins Herz des Tals führte (und noch führt).

In der unmittelbaren Nähe von Poppi gibt es zahlreiche Orte, die durch die Überreste von mächtigen Festungen (Fronzola), von alten Kirchen und Abteien (Buiano, Strumi) an die vergangenen Ereignisse erinnern.

Aber der beschwörendste von allen diesen Orten ist die Campaldino-Ebene, wo 1289 am Barnabastag Soldaten aus den Städten Florenz und Arezzo, Welfen und Ghibellinen, einen der blutigsten Kämpfe im ganzen Mittelalter entfesselten. Unter den welfischen Soldaten war auch ein etwas mehr als zwanzigjähriger Mann, der jenen Tag beschrieb. Er erwähnte Buonconte und den Wildbach Archiano, jedoch auch ohne abzuleugnen, daß er eine riesige Angst gekriegt hatte: dieser junge Mann war Dante Alighieri, der ein vortrefflicher Dichter wurde.

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