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Geburtsdorf von
Paolo Uccello


© Bild: Andrea Barghi

Die Seele des Dorfs hängt im Gleichgewicht auf zwei Plätzen, die in Pratovecchio Altplatz und Neuplatz schnell genannt werden.

Auf dem Neuplatz verläuft das tägliche Dorfleben, auf dem Altplatz sucht das Dorf seine Geschichte, seine Erinnerung. Hier befinden sich der Sitz des Nationalparks und die zwei Frauenklöster, das der alten Nonnen und das der neuen Nonnen, selbstverständlich. Die Klosterfrauen, aus dem Kamaldulenser- und dem Dominikanerorden, führen seit jeher ein Klausurleben, doch ihre Anwesenheit hat im geistigen und zivilen Leben der Einwohner von Pratovecchio wichtige Spuren gelassen.

Das Kamaldulenserkloster befindet sich seit dem 12. Jahrhundert im Palast, den die Guidi - Grafen aus Romena entlang am Fluß Arno besitzten. Der Baukomplex der Dominikanernonnen wurde im 16. Jahhundert gegründet und nahm die alte Dorfkapelle ein. Auf dem Platz wurde also eine dritte Kirche gebaut, die Propositura, als ob man einen geistilichen Kreis von Glauben und Ergebenheit ergänzen möchte.

Dieser eindrucksvolle Raum enthält auch zivile Gebäude: il cassero (Schloßturm); die im Halbkreis angeordneten Häuser gegen die alten Schloßmauer; Palazzo Nardi Berti aus dem siebzehnten Jahrhundert und Palazzo Vigiani aus dem achtzehnten Jahrhundert. Dieser letzte Palast, der sich in der Mitte des Platzes erhebt und laut dem Märchen am Tag von den Herren gebaut und nachts vom Volk zerstört wurde, ist jetzt der Sitz vom Parco Nazionale delle Foreste Casentinesi (Nationalpark der Casentino-Wälder). Der Sitz hat alten Ursprung. Nicht weit vom Dorf, in der Nähe eines alten Benediktinerklosters (so ein Zufall?), bereits im 14. Jahrhundert war der Palast vorhanden, wo ein Minister die Wälder von Casentino im Auftrag der florentinischen Republik führte.

In diesem Ort, gerade am Ende der Via dei Legni (Holzstraße), wo große Weißtannenstämme in den Fluß Arno gelegt wurden, um Florenz und Pisa zu erreichen, arbeiteten im Laufe der Jahrhunderte verschiedene gute Forsttechniker dabei. Der berühmteste war im neunzehnten Jahrhundert der Böhme Karl Siemon. Der Großherzog Leopold der II. besuchte ihn oft. Dieses treibende Zentrum wirkte irgendwie auf das Leben im Dorf ein, indem es Pratovecchio für einen Augeblick jenseits der Talgrenzen brachte. In dieser Zeit wurde der Neuplatz belebt: neue Läden wurden eröffnet, sowie ein gutes Café-Restaurant und Doktor Giuliani präparierte in seiner Apotheke den Heilbitter, den er dem Königshaus lieferte.

Die zwei Plätze und die Bogengangsallee, die sie verbindet, sind also das Herz von Pratovecchio. Hier wurde der Humanist Cristoforo Landino und die Kunstmaler Jacopo Landino, Giovanni del Biondo und der geniale Paolo Uccello, schwärmerischer Künstler und einer der Väter der Perspektive, geboren. Vor dem Dorf, jenseits des Flusses Arno, befindet sich auf einem Hügel das Schloß von Romena, Festung der Guidi - Grafen, das Dante im XXX. Gesang des Inferno erwähnt.

© Bild: Andrea Barghi

Etwas tiefer steht die Pfarrkirche von Romena: als das höchste Beispiel von romanischem Stil in Casentino einstimmig anerkannt. Kleinere romanische Kirchen trifft man auch auf den Hügeln auf der anderen Seite des Flusses Arno, wie in Valiana, Lonnano oder in Ama, etwas höher liegend als die neuesten etruskischen Auffindungen.

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