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© Bild: Andrea Barghi
Castel
San Niccolò

 

Das Dorf des Pietra Serena

Eine nationale Ausstellung, Dutzende von Steinmetzen, Steinbrüche aus hochwertigem Material.

Die Elemente könnten bereits ausreichend sein, doch gibt es mehr: Strada is wirklich das Dorf des Steins. Wenn von Stein in Casentino geredet wird, meistens in der Toskana, meint man den Toskanischen Sandstein (Pietra Serena), und zwar Quarzkristall mit tonartigem Zement. Die Farbe, die Wärme, die Natürlichkeit dieses Materials schildern die toskanische Landschaft auf der ganzen Welt, und das Borgo alla Strada gehört zu diesem Bild.

Das Dorf befindet sich entlang am Wildbach Solano, in einem Tal seitlich des Arno-Laufs, wo früher die Straße ansteigend auf Pratomagno hin nach Florenz und Valdarno führte. Als die neue Straße zu großherzoglicher Zeit unten im Tal gebauten wurde, velor das Dorf zwangsläufig an Bedeutung. Heutzutage ist Strada ein ruhiger Ort, der sein natürliches Gesicht zeigt, nämlich ein Gesicht aus Stein.

Rechts vom Solano, oben, auf einem Steinausläufer befindet sich das Castello di San Niccolò (Schloß San Niccolò), Burg der Guidi - Grafen. Wenige hundert Meter unten, führt der alte Fußweg zu den Mühlen und zu der Brücke, die den Wildbach überquert. Der Stein, der uns nie eine Sekunde verlassen hat, begleitet uns mit seinen Stufen bis auf dem gepflasterten Platz, ins Zentrum des Dorfes.


© Bild: Andrea Barghi

Die alten Paläste und die cappella della Visitazione (Kapelle der Heimsuchung Mariä), die einen interessanten Altar aus Stein enthält, rahmen hier den öffentlichen Raum ein, wo sich die Logge del Grano (Weizen-Bogengänge) mit deren eleganten und behauenen Steinblöcken befinden.

Auf der hinteren Seite des Platzes führt Via del Teatro (Theaterstraße) zu den Häusern des alten Volksviertels, aus lokalem Stein gebaut und von der Mauer geschützt, die 1745 als Damm an dem Solano entlang nach einer fürchterlichen Überschwemmung errichtet wurde. Dieses Unglück wurde mit großem Respekt pienone (riesiges Hochwasser) genannt. Die Menschen, die hier wohnten, bestellten vielleicht das dürftige Land wie die Felder des Hanges, der dem Schloß gegenüberliegt und geheimnisvoll la spagna genannt wird.

Auf den Steinen der Trockenmauer, die den knappen Boden heute noch tragen, und auf den Stürzen der verfallen gelassenen Häuser bleiben die Daten der Jahre eingegraben, in den am Ende des achtzehnten Jahrhunderts einige Umstrukturierungsarbeiten durchgeführt wurden. Dieses Werk hat sich im Tal vom Solano unverkennbar geprägt.

Den Lauf des Wildbaches aufwärts und am Ende des Dorfes Prato tritt man in eine Welt für sich ein, eine Gesamtheit von größeren und kleineren Tälern, von denen jedes eine Kleinwelt ist. Cetica, Battifolle, Caiano, Ristonchi, Garliano, Pagliericcio, Rifiglio bieten Kirchen und Überreste von Befestigungen an, aber vor allem eine Umgebung und ein Lebenstempo, die anderswo seit langer Zeit verschwunden sind. Auf dem Ausläufer zwischen Arno und Solano befindet sich Borgo alla Collina, ein anderes Schloß der Guidi - Grafen, während gleich am Ende des Dorfes Strada sich die wunderschöne Pfarrkirche zum San Martino in Vado befindet. Innen, durch eine starke Symbolsprache, hat der mittelalterliche Mensch seinen geistlichen Horizont auf dem Stein der Kapitelle eingraben lassen.

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